Ortsumfahrung
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| Planung und Bau der Bundesstraße 472 | ||
| Information in Auszügen aus den Beschreibungen des Straßenbauamtes Weilheim, Münchener Straße 39, 82362 Weilheim, www.stbawm.bayern.de | ||
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Lageplan der Ortsumfahrung |
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| Zur Bundesstraße 472 und ihrer Verlegung bei Peißenberg | ||
| Im Jahr 1980 wurden die Planungen für eine
sogenannte „Voralpenautobahn“, die von Rosenheim über Kempten nach
Lindau verlaufen sollte, zugunsten des Ausbaus der bestehenden B 472
hin zu einer leistungsfähigen Ost – West – Achse für das südliche
Alpenvorland aufgegeben. Die Siedlungsschwerpunkte entlang der B 472
sollten dabei durch den Bau von Ortsumgehungen vom Durchgangsverkehr
entlastet werden. Im Bereich des Straßenbauamtes Weilheim konnten so in den vergangenen gut zwei Jahrzehnten unter anderem die Umfahrungen von Schongau, Peiting, Bad Tölz und Bichl gebaut werden. Neben der Ortsumfahrung von Peißenberg sind im neuen Bundesverkehrswegeplan noch die Umgehung von Hohenpeißenberg und die Nordumfahrung von Bad Tölz als Maßnahmen der höchsten Dringlichkeitsstufe enthalten. Das Verkehrsaufkommen der B 472 liegt im Ortsbereich von Peißenberg schon heute zum Teil bei etwa 20.000 Fahrzeugen täglich. Neben dem überregionalen Ost – West – Verkehr muss die Straße auch den Berufs – und Wirtschaftsverkehr entlang der Industrieansiedlungen im Landkreis Weilheim – Schongau und den Ziel – und Quellverkehr aus der Region Schongau – Peißenberg zur Kreisstadt Weilheim sowie nach München aufnehmen. Durch die in Bau befindliche, etwa 7 Kilometer lange Umfahrung im Süden Peißenbergs kann die Ortsdurchfahrt um durchschnittlich mehr als die Hälfte des Verkehrs entlastet werden. Die Umgehungsstraße beginnt im Westen Peißenbergs an der sogenannten „Hohenwarter Kurve“ und endet östlich der Marktgemeinde, wo sie entsprechend der Hauptverkehrsbeziehung in die St 2058 in Richtung Weilheim übergeht. Unter anderem muss dabei der Guggenberg mit einem Tunnel durchfahren und die Ammer an zwei Stellen gequert werden. Der 1. Spatenstich für die Verlegung bei Peißenberg erfolgte am 7. August 2002. Vorausgegangen waren langjährige Planungen, die seit Anfang der 90 er Jahre immer konkretere Züge annahme. |
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![]() Arbeiten an der östlichen Ammerbrücke (Sommer 2003) |
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![]() Erdarbeiten südlich des Guggenbergs (Herbst 2003) |
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| Aktuelle Bautätigkeit und Ausblick | ||
| Den Schwerpunkt der Bautätigkeit im Jahr
2004 bildet der 384 Meter lange Straßentunnel durch den Guggenberg,
einen rund 60 Meter hohen Höhenrücken im Osten Peißenbergs. Der
bergmännische Tunnelvortrieb folgt den Grundsätzen der
„Spritzbetonbauweise“ (sog. „Neue Österreichische Tunnelbauweise“)
Hierbei wird die Gewölbewirkung des Gebirges als tragendes Element
ausgenutzt. Das Lösen des Gebirges erfolgt durch Sprengen. Es ist
vorgesehen zunächst die Kalotte, den oberen Teil des
Tunnelquerschnittes, aufzufahren und anschließend die Strosse, den
unteren Teil. Die Fertigstellung des Tunnels im Rohbau soll im Herbst
2005 erfolgen. Die Rohbaukosten betragen rund 8.700.000 Euro. Das
Tunnelausbruchmaterial wird für die Straßendammschüttung nördlich des
Guggenbergs verwendet. Außerdem wird im Herbst mit dem Bau der westlichen Ammerbrücke begonnen werden. Die Gesamtstützweite der rund 2.200.000 Euro teuren Brücke beträgt 92 Meter. Für die 2. Jahreshälfte ist darüber hinaus der Beginn umfangreicher Leitungsverlegungen und Anpassungsarbeiten im Umfeld des Betriebsgebäudes der Firma Agfa im Peißenberger Gewerbegebiet geplant. Diese Arbeiten dienen als Vorabmaßnahmen für die geplante Tieferlegung der Umgehung, die im Jahr 2005 beginnen soll. Die Umgehung wird hier künftig auf einer Länge von etwa 330 Metern bis zu rund 7 Meter unter Gelände verlaufen. Westlich der Böbinger Straße wird dieser Abschnitt auf einer Länge von knapp 200 Meter überdeckelt. |
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![]() Regelquerschnitt des Guggenbergtunnels |
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![]() Guggenbergtunnel: Künftiges Südportal |
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| Daten und Zahlen auf einen Blick | ||
| Kosten: | ||
| Baukosten | 54 Mio. € | |
| Technische Daten: | ||
| Gesamtlänge | 7,0 km | |
| Fahrbahnbreite | 7,50 m | |
| Anschlussstellen | 4 | |
| Über- bzw. Unterführungen | 18 | |
| Guggenbergtunnel | 384 m | |
| Tieflage (Grundwasserwanne) | 330 m | |
| mit Einhausung im Gewerbegebiet | (Einhausung: 194 m) | |
| Lärmschutzanlagen | 690 m | |
| Stützmauer | 545 m | |
| Erdabtrag | 232.000 m2 | |
| Erdauftrag | 237.000 m2 | |
| Flächenbedarf: | ||
| Befestigte Fläche | 8 ha | |
| Straßenbegleitfläche | 10 ha | |
| Ökologische Ausgleichsfläche | 13 ha | |
| Gesamt (Straßenkörper+Nebenflächen) | 31 ha | |
| Verkehrsbelastung (im Jahr 2010): | ||
| Umfahrung | bis 14.100 Kfz/24h | |
| im Ort ohne Umfahrung | bis 23.200 Kfz/14h | |
| im Ort mit Umfahrung | bis 12.300 Kfz/24h | |
| Entlastungswirkung für den Ort | ca. 50 - 60% | |
| Baubeginn: | 07.08.2002 | |
| Inbetriebnahme: |
11.12.2008 | |
Freigabe der Umgehungsstraße für den Verkehr am
11.12.2008
Am Donnerstag, 11. Dezember wurde die
Umgehungsstraße für den Verkehr freigegeben.
Mit Böllerschüssen und Musik der Knappschaftskapelle haben die Peißenberger rings um die Tieflage bei der Fa. Agfa die Eröffnung der Umgehungsstraße gefeiert. Nach Festreden von Günther Grafwallner, Leiter des Staatlichen Bauamts Weilheim, Frank Schüsser vom Bundesverkehrsministerium, Dr. Bernd Weiß, Staatsekretär des bayerischen Innenministeriums, Landrat Dr. Friedrich Zeller und Bürgermeisterin Manuela Vanni wurde die Umgehung offiziell durch das Banddurchschneiden eröffnet.
Vor der Freigabe erteilten die Pfarrer Wolfgang Kretschmer und Rainer Mogk der sieben Kilometer langen Umfahrung den kirchlichen Segen.
Mit der Inbetriebnahme der Peißenberger Umfahrungsstraße im Zuge der B 472 soll sich der Verkehr in der Ortsdurchfahrt um die Hälfte verringern.
Eine Informationsbroschüre des Staatlichen Bauamtes zur Ortsumgehung ist im Rathaus (Pforte) ausgelegt.
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